IDEENFINDUNG FASSADENGESTALTUNG BÜROHAUS

STUDIE "URBANITÄT" 2011

Auslober: Städtische Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda GmbH

Standort: Hoyerswerda

AUSGANGSITUATION  BEZOGEN AUF DEN FUNKTIONSINHALT

Bei den Städtischen Wirtschaftsbetrieben als Eigentümer und Hauptnutzer des Bürogebäudes
im Zentrum der Neustadt, handelt es sich um einen Verbund von Tochterunternehmen.
Durch sie werden grundlegende Dienstleistungen
für die Aufrechterhaltung einer funktionierenden
Stadtgesellschaft sichergestellt.
Das Spektrum reicht vom öffentlichen Nahverkehr, den medientechnischen Versorgungen bis hin
zur kulturellen Bildung und Freizeitangeboten. 
Dies bedeutet, dass die Leistungen für eine qualitative, funktionstüchtige Infrastruktur sorgen
und damit entscheidend die Lebensqualität der Stadt Hoyerswerda mit prägen.

AUSGANGSSITUATION BEZOGEN AUF DIE STÄDTEBAULICHE SITUATION

Durch den Abriss eines städtebaulich markanten Hochhauses im Jahr 2000 erfolgte die Freistellung
des Bürogebäudes. Damit steht das Bürogebäude vor der Herausforderung,
trotz des Verlustes der Raumbildenden Eckbebauung als architektonische Lösung,
eine Antwort zu finden, welche diesen zentralen Ort qualitativ und prägnant ausfüllt.

ENTWURFSLÖSUNG

Grundsätzlich geht der Entwurf davon aus, dass es eine selbstbewusste Haltung
zu den Folgen des Hochhausabrisses und damit zur Schrumpfungsthematik der
Stadt geben sollte. So ein Prozess hinterlässt unweigerlich Spuren, sich ständig
verändernde Zwischenzustände. So ein Prozess muss erst einmal bewältigt werden.

Vor diesem Hintergrund verzichtet der Entwurf bewusst auf die Ausbildung des
jetzt freigestellten Giebels als "architektonisch formulierten" Gebäudeabschluss. 

Er kaschiert nicht die entstandene "Wunde", sondern thematisiert sie geradezu,
indem er sie gedanklich zur weißen "Leinwand" umfunktioniert.  Ausgehend von
der oben beschriebenen Rolle des Wettbewerbsauslobers erfolgt die
Auseinandersetzung mit dem Thema "URBANITÄT IM STADTRAUM". URBANITÄT
steht für die Ausbildung und Sicherung von
funktionaler, baulicher, kultureller und sozialer
Vielfalt in Städten und entspricht damit
inhaltlich dem Aufgabenbereich und erklärtem
Ziel der städtischen Wirtschaftsbetriebe.    

Stadtmenschen: Frauen, Männer, Kinder unterschiedlichen Alters und
Statur bewegen, begegnen sich im öffentlichen Raum
> diese Szene beschreibt
geradezu sinnbildlich das gewählte Thema und wird daher als 3d Installation auf dem Giebel platziert.

Die Giebelgestaltung > ein imageträchtiges Statement, ein markanter Ort für einen
selbstbewussten, kreativen Umgang mit dem Stadtumbauprozess, aber vor allem
ein Statement der städtischen Wirtschaftsbetriebe
Hoyerswerda als einer der Hauptakteure in diesem Prozess.

Das vorgeschlagene Farbkonzept der Längsfassaden ergibt einen wohltuenden
Kontrast zu den sehr vielfarbig in Pastelltönen, oft gegliederten Fassadenausführungen
der Wohnbebauung im Stadtumfeld. 

Das Farbkonzept überzeugt im Gegensatz dazu durch seine Klarheit und grafische, elegante Wirkung.