„Hier bin ich geborn...“
 
Projekt: KulturFabrik Hoyerswerda e.V. zum Jubiläum 50 Jahre Neue Stadt Hoyerswerda
 
Vorstandsvorsitzender: Jens-Uwe Röhl
Geschäftsführer: Uwe Proksch
Künstlerische Leitung / Ausstellungslayout: Dorit Baumeister
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda.
  
Die KulturFabrik präsentierte im Rahmen der Feierlichkeiten zu den Grundsteinlegungen für die Neue Stadt Hoyerswerda und dem Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ die Ausstellung „ Hier bin ich geborn...“ in einem leerstehenden Ladengeschäft.
Das Projekt setzte sich mit den aktuellen Befindlichkeiten der Kinder und Jugendlichen auseinander im Rahmen des Rückblicks auf 50 Jahre bewegte Geschichte.

Es ist die erste Generation, die durchweg „Hoyerswerda“ als Geburtsort benennt, ihre Großeltern und ein großer Teil ihrer Eltern sind sozusagen: zugezogen.
Es ist die Generation, die nach abgeschlossener Schulausbildung die Stadt heute verlässt bzw. verlassen muss. Ihre Erfahrungswelt bezieht sich auf die Nachwendezeit, in der die Neue Stadt ihr Werk als Arbeitgeber verloren hat und damit existentiell zur Disposition steht. Sie erleben eine Stadt, die trotz ihres Pilotcharakters verbunden mit dem Euphorismus der Gründerjahre, heute mit einem negativen Image behaftet ist.
 
Wie füllt sich „Heimat“ unter diesen Umständen an? Welchen Platz nehmen sie im Schrumpfungsprozess der Stadt ein? Welches Lebensgefühl nehmen sie mit für ihre persönliche Zukunft?
Nur einige der Fragen, die im Vorfeld der Ausstellung im Rahmen von Kreativcamps, Workshops, Kursen auch in Zusammenarbeit mit Schulen behandelt worden sind. Entstanden sind beeindruckende und berührende, künstlerische Exponate in Form von Objekten, Installationen, Fotos, Gedichte, Video’ s und Hörinstallationen. Darüber hinaus haben die Ausstellungsmacher die gedankliche Option der „3. Stadt“ eröffnet, die nach der „Altstadt“ und der „Neustadt“ folgt. In einem speziellen Ideen- Workshop wurden 14 – 20- jährige aufgefordert, die Brachen und leerstehenden Gebäude im Zentrum der Stadt mit völlig neuartigen Funktionen zu besetzen. Dabei ging es erst mal um das Entdecken von Potentialen, um das Setzen von Impulsen für eine zukünftige (wenn auch deutlich kleinere), spannende Stadt, die Perspektiven für Jugend nicht mehr scheut.
 
Mit der Ausstellung hat die Jugend der Stadt ein Podium erhalten, welches sich vor allem auch an die älteren Bürger der Stadt wendet. Dabei geht es nicht darum die Generationen gegeneinander auszuspielen, sondern den Tatbestand zu hinterfragen, wie selbstverständlich mittlerweile die Abwanderung der Jugend hingenommen wird. Ist es möglich, einen Dialog zwischen alt und jung über eine gemeinsame Perspektive der Stadt zu eröffnen?